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DUSTINEYES zum Album Four Men Army

 

DUSTINEYES, das sind vier Italiener, die sich dem Rock n Roll verschrieben haben und ihn auch gerne zelebrieren und ausleben. Drei Alben haben sie schon vorzuweisen und nun eine EP veröffentlicht. Zu dieser EP, der Zukunft von DUSTINEYES und die Szene im allgemeinen, in Italien, haben sich DUSTINEYES gerne befragen lassen. Als Gesprächspartner stand uns ihr Fronter Lele zur Verfügung.

 

 

MHF: Hey Lele, die erste Frage ist immer dieselbe: Wie geht’s euch?


LELE: Ja hi, alles ist gut!


MHF: Kommen wir zur Zweiten: Während ich eure Scheibe “Four Men Army“ gehört habe, wurde ich etwas traurig, denn es handelt sich lediglich um eine EP. Warum? Ich denke, ihr habt genug zu sagen um ein Full-Length Album voll zu bekommen. Gibt es da irgendwelche Veröffentlichungsprobleme oder ist es nur eine kleine Vorschau auf das nächste Album?


LELE: Ich bin froh, dass du mit dieser Frage startest! Wir haben uns für eine EP entschieden, nachdem wir lange überlegt und uns Gedanken über, die Underground Musikszene, diese Tage, gemacht haben.
Erstens: Wir alle kennen den Stand der Musikindustrie heutzutage.
Zweitens: Eine Band steckt soviel Geld in die Produktion eines Full-Length Albums und am Ende kann sie es nicht verkaufen. Die meisten Leute denken, dass 10 Euro für eine CD Geldverschwendung ist, wenn sie die Songs kostenlos im Netz runterladen können.
Drittens: Normalerweise hast du auf einem Album 2-3 Songs, die die Aufmerksamkeit des Hörers hat. Du weißt, es ist nichts leichter als einen Song vorzuspulen, wenn dir die ersten 10 Sekunden eines Songs nicht passen.
Viertens: Bei einer EP kannst du dich auf 4 Songs konzentrieren und Geld für ein ordentliches Video sparen. Heutzutage is YouTube die beste Art eine Band zu promoten.
Ich weiß nicht ob das jetzt besser funktioniert, wir versuchen es einfach. Wenn dieses Projekt in die Hose geht, machen wir das nächste Mal wieder ein Full-Length Album. 


MHF: Viel Glück für den Versuch!Du hast recht, heutzutage gibt es so viele Bands und Veröffentlichungen, da ist es leicht, in der Masse unterzugehen. Vielleicht habt ihr den richtigen Weg gefunden und alles klappt, wie ihr es euch vorstellt, ich jedoch hoffe es klappt nicht, denn dann können wir ein neues Full-Length DUSTINEYES Album erwarten, hehe! Du sagtest, ihr wollt Geld sparen für ein Video. Wo wir grad dabei sind, wie war der Dreh zu „Beer Whiskey and Bar“? Ich denke, es war nicht einfach ein professionelles Video für wenig Geld zu drehen.


LELE: Wir hatten wirklich großes Glück, als wir uns nach jemandem umsahen, der mit uns das Video drehen kann, gab es zur selben Zeit eine Gruppe Filmemacher die eine Band suchten. Sie hatten bis dato nur Dokumentationen und Kurzfilme gedreht und wollten umsatteln und nun auch mal ein Musikvideo machen. Die Jungs waren neu auf dem Gebiet und waren dementsprechend geschockt, dass wir eine schauspielerische Ausstrahlung und das Talent von Meerschweinchen hatten. Am Ende mussten wir nur etwas für die Miete von Profiequipment ausgeben, der Rest haben sie umsonst gemacht.
Diese Tage waren unglaublich, voll von Spaß und Problemen, denn Du kannst dir sicher gut vorstellen, wir sind ganz schreckliche Schauspieler.
Ich erinnere mich gut an die Prügelszenen: Wir sollten böse und gemein gucken, aber alle, die in diesem Video mitspielen, sind gute Freunde von uns, es war uns oft unmöglich ernst zu bleiben. Der Regisseur schrie die ganze Zeit: „Verdammten Idioten! Hört verdammt nochmal auf zu lachen! Kämpft! Verdammt noch mal kämpft!!“ er hatte wirklich eine endlose Geduld, aber immer wenn wir uns an ihn erinnern, fällt uns das Geschreie ein.

 

MHF: Wo wurde das Video gedreht und wie lange hat es gedauert?

 

LELE: Wir haben 2 Tage gebraucht, von morgens um 8 bis abends um 10, ohne Pause. Den Playback-Part haben wir in einer Garage aufgenommen und die Story in einem kleinen coolen Bikerklub Namens „Motorock A.S.“. Leider gibt’s den Klub nicht mehr … sehr schade!

 

MHF: Lass uns etwas in der Zeit zurück gehen. Erzähl uns etwas über den Entstehungsprozess und eure Aufnahmesessions. Gibt es da irgendwelche lustigen Geschichten oder Anekdoten?

 

LELE: Mein Bruder Umbo schreibt eine Menge von dem Material und es ist echt schwer, 4 Meinungen unter einen Hut zu bekommen. Wir sind nicht diese Art Band, die vor einem PC sitzt und Musik schreibt, wir proben regelmäßig und suchen für jeden Song die beste Balance und die beste Wirkung. Zum Beispiel änder ich die Texte bis zu zehn mal und suche nach guten Kompromissen zwischen Chorusmelodie und der rauen Art. Alle Songs sind so eine Art Beobachtung, von uns als Band, oder auch als Mensch: Es geht um Schwierigkeiten, Rage, Frustration und den Willen, das alles zu ändern, und am Ende doch man selbst zu bleiben. Ich denke eine menge Leute kann sich in die Texte einfühlen.
Diesmal haben wir keine speziellen Anekdoten zu erzählen, okay, jedes Mal, wenn wir das Studio betreten, ist es als ob ein 12 Runden Boxkampf zwischen mir und meinem Bruder beginnt. Wenn ich an der Musik etwas ändern will oder Ideen habe, ist er immer genau der entgegengesetzten Meinung aber am Ende können ein paar Bier das Problem beseitigen.

 

MHF: Wer ist für eure Songs verantwortlich? Ist es Teamarbeit oder ist DUSTINEYES geführt von einem einzigen kreativen Kopf?

 

LELE: Normalerweise beginnt alles mit Umbo, er bringt uns ein paar Riffs oder einen ganzen Song mit. Dann arbeiten alle Mitglieder im Studio daran, arrangieren ihn oder verbessern ihn, wenn nötig. Wenn der ganze musikalische Job getan ist, schreibe ich die Lyrics. Wir arbeiten also alle zusammen, aber das meiste kommt von Umbo.

 

MHF: Soll heißen, am Ende sind du und dein Bruder die Strippenzieher?

 

LELE: Meistens mein Bruder. Glaub mir, wenn ich sage, er ist ein richtiger Diktator während der Aufnahme Sessions, alles muss genau so sein, wie er es sich vorstellt. Zum Beispiel, ich und P.I.Z. wir probten 2 Tage, bevor es ins Studio ging und wir änderten den Chorus von „Face To Face“ radikal. Wir hatten große Angst es ihm zu sagen, aber am Ende hatten wir die richtigen Wörter parat und er sagte ja. Spaß beiseite, wir sind ein gutes Team und jeder in der Band ist für etwas anderes gut, Umbo schreibt die Musik, P.I.Z. macht den ganzen Medien Kram, ich bring den Schnaps mit und Serz schafft es jedes mal wieder uns in Schwierigkeiten zu bringen.

 

MHF: Erzähl uns etwas über die Szene in Italien. Wenn man hier in Deutschland an die italienische Musikszene denkt, kommen einem Bands wie Sadist, Rhapsody Of Fire, Lacuna Coil oder so in den Sinn. Welche Bands magst Du, im Stile von DUSTINEYES?

 

LELE: In Italien, besonders um Mailand herum, gibt es eine gute Rock n Roll Szene und über die Jahre hinweg haben italienische Bands ein gutes Level erreicht, doch scheint es so, dass das italienische Publikum ausländische Bands bevorzugt. So als wären ihnen die italienischen Bands nicht gut genug.

 

MHF: Euer Album “Next Stop Hell” wurde über Sliptrick Records veröffentlicht, so wie „Four Men Army“ aber „Bullet For My Generation“ kam über Logic (il)logic Records raus. Was sind die Gründe dafür?

 

LELE: Beide Labels arbeiten gut, Logic (il)logic arbeitet vorwiegend in Italien und Sliptrick mehr drüber hinaus. Es war also Zeit für eine Entscheidung, denn ich denke, wir sind bereit dafür unsere stinkenden Gesichter aus Italien raus zu bekommen, das letze Mal ist 4 Jahre her.

 

MHF: Last uns mal euere privaten Background checken … was machen DUSTINEYES, wenn sie nicht im Proberaum sitzen oder Rock n Roll spielen?

 

LELE: Nun, alle DUSTUINEYES Mitglieder arbeiten hart in der Woche. Du weißt, mit Musik verdienst du nichts, erst recht nicht wenn du Rock n Roll spielst und aus Italien kommst. Wir alle mögen es zu Festival zu fahren oder zu Gigs hier in der Gegend, durch Bars und dreckige Pubs ziehen aber jeder hat andere Leidenschaften.
Schau: Ich liebe es, zu Grillen und Bier mit meinen Freunden zu trinken. Ich gehe Fischen um mich zu entspannen, wie ein Redneck, wie ich finde.
P.I.Z. mag es, seinen verdammten Rucksack zu packen und durch ganz Europa zu reisen. Jedes mal wenn wir in einem weit entfernten Klub spielen, kennt er, aus einem mir unerklärlichen Grund, den Barkeeper.
Umbo ist der Faulste von uns, er schleicht vom Bett zum Sofa und zurück mit seiner Gitarre. Solange er gute Musik schreibt, kann er machen was er will
Serz liebt es, mit seinem Motorrad zu fahren und mit seinen Hunden rauszugehen.
Aber sei dir sicher, wenn wir nicht grad unterwegs sind, dann sitzen wir alle zusammen und Grillen und trinken Tonnen von Bier.

 

MHF: Was denkst du über die Metal Szene weltweit? Was wird die Zukunft des Metal und des Rock n Roll sein? Base Caps, Shouts und lustige Frisuren oder geht der Trend zurück zu Lederjacken, langen Haaren und Metal Shirts?

 

LELE: Nun, Du weißt, die Mode ändert sich ständig, manchmal betrifft es Metal und Rock n Roll (P.I.Z. fand neulich bei H&M ein Slayer Shirt, glaubt man so was?!) Was ich definitiv sagen kann, ist, dass die Rock n Roll Musik nie sterben und seinen Weg gehen wird. Mach dir mal keine Sorgen!!! Trends kommen und gehen wie ein Paar Schuhe, wir sahen Nu Metal, Crossover, wir sahen Emos und sie alle sind gegangen, nur die Bastards von AC/DC spielen noch immer, ist es nicht so? Letze Woche war ich auf dem Weg in den Proberaum und da war ein junger Bengel, um die 15, der spielte LED ZEPPELIN, HENDRIX und DEEP PURPLE, da dachte ich: „Verdammt, der spielt Musik aus den 70ern, 40 Jahre alte Musik!“ Da gibt’s einen Grund für, oder?
Lederjacken, lange Haare und Metal Shirts? Wacken Open Air ist der größte Tummelplatz für solche Leute und das ist direkt in euerem Land!!!

 

MHF: Wie sind eure Pläne für die Zukunft? Neue Scheibe hoff ich doch!

 

LELE: Im Moment arbeiten wir an einem Video zu “Bye, Bye, Bye”. Ich denke, in Zukunft wird es auch ein paar Gigs außerhalb Italiens geben und zu guter Letzt arbeiten wir an neuem Material.

 

MHF: “Bye, Bye, Bye” … warum dieser Song? Erzähl uns etwas darüber.

 

LELE: Wir haben “Bye, Bye, Bye” gewählt, da er einen guten Kompromiss zwischen einem Sing-Along- Chorus und dem heavy Sound hat. Ich denke, es ist diese Art von Song, den du in einer Minute drauf hast … hoffentlich!
Der Song handelt von dem Versprechen, ein und dieselben Fehler nicht immer und immer wieder im Leben zu begehen. Du startest mit den besten Voraussetzungen, aber alles endet wieder katastrophal. DUSTINEYES sind wohl die Weltmeister darin und das beste Beispiel dafür.

 

MHF: Die letzten Worte sollen euch gehören!

 

LELE: Seid alle gegrüßt!! Ich hoffe, wir sehen uns vor der Bühne.
Bleibt auf www.dustineyes.com auf dem Laufenden, da könnt ihr alle DUSTINEYES Social Network Links finden.

 

Besten Dank an DUSTINEYES und Lele!

Weitere Infos, zu DUSTINEYES, findet ihr hier:

 

www.dustineyes.com

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