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Wacken 2011

 

Wacken Open Air

04.08.-06.08.2011, Wacken

 

Alle Jahre wieder und schon zu einer Tradition geworden, ist die Reise nach Wacken am ersten August Wochenende. Dieses Jahr sollte es auch etwas ganz besonderes werden, denn niemand anderes als der Prince of fucking darkness hatte sich angemeldet, OZZY OSBOURNE! Neben Ozzy standen natürlich noch weiter Hochkaräter auf der Bühne, unteranderem wären da zu erwähnen JUDAS PRIEST, ICED EARTH, SEPULTURA, SODOM und so weiter. Ein W:O:A der Extraklasse meldete sich also an!

 

Mittwoch

Seit einigen Jahren bietet sich der Mittwoch als perfekter Anreisetag an, da die Bands ja nun schon am Donnerstag beginnen. Also wird am Dienstag der Ranzen geschnürt und Mittwochmittag die Segel gesetzt, gen Wacken. Die Fahrt stellt sich als sehr kurzweilig und Stress frei heraus. Es gibt weder Probleme mit Staus oder größeren Umwegen und so erreichen wir Wacken, nach nur 5 Stunden, relativ entspannt. Das Wetter zeigt sich von der besten Seite, hatte man doch im Vorfeld noch Bedenken, was das anging, da der Sommer ja eher ein Herbst war bis jetzt und der Regen sich in Höchstform zeigte. Sonne ist ja auf der einen Seite ganz nett, auf der anderen wiederrum auch ungünstig, wenn man die Fahrt über die ganze Zeit die Sonnenseite im Auto sein Eigen nennt dann führt das schon mal zu Unwohlsein und einer halben Stunde Schlaf nach dem Zeltaufbau. Aspirin sein Dank, bin ich dann auch wieder fit genug, um mich über das mitgebrachte Tyskie herzumachen!

Da am Mittwoch das Programm nichts wirklich Interessantes hergibt, vertreibt man sich die Zeit mit dem Begutachten des Festivalareals und dem Treffen von Freunden. Das Gelände hat sich nicht wirklich verändert, was die Aufteilung angeht. Das Einzige was sofort ins Auge sticht ist das weitaus größere Bullhead City Zelt, dessen Sinn sich mir bis heute nicht erschließt, aber schön, sollen se machen. Auf dem Vorfeld ist auch alles beim Alten und der Biergarten nervt wie jedes Jahr genau wie die Biergartenbühne. Ebenfalls neu, aber bei weitem nicht so nervig, sind die Pfahlsitzer in der Nähe des Metalmarktes. Hier können Besucher des Festivals Sitzfleisch beweisen und wenn sie es schaffen 6 Stunden auf einem der Pfähle zu sitzen, so nehmen sie an der Verlosung von verschiedenen gesponserten Sachpreisen teil und haben die Chance eine Band vom Fotograben aus zu verfolgen. Gleich in der Nähe der Pfahlsitzer ist auch noch eine andere kleinere Erneuerung die mir positiv auffällt, neue Klocontainer. Einzel WCs die ständig gereinigt werden und an der äußeren Stirnseite fließend Wasser und Seifenspender anbieten, wobei die Seifenspender leider nur am Mittwoch noch zu gebrauchen waren, da sich irgendwelche Idioten den Inhalt gleich eingekreist haben oder die Spender, samt Halterung, ablatschten. Egal, der Gedanke zählt! Soviel zu den augenscheinlichen Neuerungen.

Auf dem Moviefield angekommen begrüßen wir unsere Stuttgarter Freunde und stoßen an, auf ein hoffentlich schönes, lautes und musikalisch befriedigendes W:O:A 2011!!

 

Donnerstag

Der Donnerstag könnte besser nicht beginnen! Es gibt leichten Nieselregen und angenehm kühle Temperaturen am Morgen, so dass man getrost bis 10 Uhr im Zelt liegen kann, ohne gut durch zu sein. Nach einem kleinen Imbiss und einer Katzenwäsche beginnt der Tag mit abermaligem Schlendern über das Gelände und dem besorgen einer Running Order. Fündig wird man da im Supermarkt auf dem Platz des Bullhead City Zeltes. Der Herr hinter dem Tresen bietet mir, auf meine Frage nach einem Programmheft, eine „Festival total“ an und ich greife zu, um dann festzustellen, dass der Quatsch „Festival today“ heißt. Kann passieren, ist aber schon peinlich! Von nun an folgt das üblich Zeit totschlagen und warten, sowie das ständige zum Zelt Gerenne, um den Becher aufzufüllen.

Die Erste Band des Tages sind SKYLINE. Bei SKYLINE greift der Chef noch selber in die Saiten und so sieht man Wacken Mitbegründer Thomas Jensen auf der Bühne stehen mit Gästen wie DORO, UDO DIRKSCHNEIDER, TOM ANGELRIPPER und anderen Größen des Genres. Da dieses Spektakel jedes Jahr stattfindet, mache ich mir weder die Mühe die ganze Zeit dort zu stehen, noch schaue ich genau hin. Einzig und allein als UDO DIRKSCHNEIDER „I‘m a Rebel“ intoniert, schau ich mir über die Leinwand das Konzert für 10 Minuten (danach kam noch „The Princess of the Dawn“ den ich natürlich nicht auslasse) an und freue mich.

Der Zweite Act des Tages ist, ungewöhnlich aber wahr, BÜLENT CEYLAN, der schon auf dem Summer Breeze aufgetreten ist. Der Plan mit dem Comedian ging auf, vor der Bühne war es voll und die Menge lachte, grölte und machte sich vielleicht auch hier und da in die Hose. Auch ich konnte mir den einen oder anderen Lacher nicht verkneifen und musste meine Zweifel, ob das denn passt, schnell aufgeben. Meine Zweifel ob es denn nötig war, habe ich jedoch behalten!

Als Nächstes kommen HELLOWEEN auf meiner Liste. HELLOWEEN haben mir, als langjährigem Schwärmer der Band und begeistertem Anhänger von Andi Deris meist schwachsinnigen Ansagen, sowie seiner unausgesprochenen Unsicherheit bei manchen Tonlagen, schon 2001 und 2004 das W:O:A versüßt und so freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Andi und seinen Mannen! Auf der Autofahrt wurde sich schon auf das HELLOWEEN Konzert mit der aktuellen Scheibe „7 Sinners“ eingestimmt und uns war klar, der Gig würde mit „Are You Metal?“ beginnen, doch was dann geschah hat niemand erwartet!! Nachdem die Show nach dem üblichen Intro mit, wie auch sonst, „Are You Metal?“ losmeterte, gab es nach einer Minute einen Knall und es war totenstill. Anscheinend jedoch nicht auf der Bühne, denn HELLOWEEN kasperten fleißig weiter. Kompletter Ton und Videowand-Ausfall!! Das hatte ich auch noch nicht erlebt. Nach einigen Augenblicken haben auch die Jungs auf der Bühne geschnallt was hier geht, oder auch nicht geht. Kurzes Chaos auf der Bühne und sicher auch im Soundturm, doch dann gings weiter. HELLOWEEN fingen gleich beim Refrain an und wollten jetzt erst recht zeigen wo der Hammer hängt! Doch o weh, was ist das? Knall! Nach einer Minute wieder alles ruhig!? Was auch immer das Problem war, es war dann wohl behoben und HELLOWEEN durften nach zwei so riesigen Pannen endlich ihr Set fortsetzen. Allerdings blieb „Are You Metal?“ auf der Strecke und es wurde gleich mit „Eagle Fly Free“ weitergemacht. Das Set wurde zu meiner Freude von den Keeper-Scheiben dominiert, sodass es gleich mit „March of Time“ weiter gehen konnte. Natürlich sollten die Albernheiten mit dem Publikum nicht fehlen und Herr Deris ließ es sich nicht nehmen, nachdem er darauf hingewiesen hat, dass sie nur noch 46 Minuten Zeit haben, den Animateur zu spielen. So was geht einem richtig auf den Sack und der Sinn will mir bis heute nicht in den Kopf, warum die eh schon viel zu kurze Spielzeit mit diesem Schwachsinn verplempert wird, jedoch hatte er für seinen Schlagzeuger ein paar schmissige Beleidigungen parat, was die Sache nicht ganz so schlimm machte. Stimmlich hatte sich der Sänger gut im Griff, auch wenn er etwas mit den Tonlagen schummelte und sie tief ansetzte als von den Alben gewohnt. Das eigentliche Set wurde mit „ Dr. Stein“ abgeschlossen, das Konzert endete aber mit „I Want Out“ als Zugabe, bei der am Bühnenrand noch ein übergroßer Kürbis aufgeblasen wurde der, bis auf den wie immer vor Spielfreude strotzenden Markus Großkopf, das einzige wirkliche Showelement sein sollte.

Setliste:

  1. Are You Metal?
  2. Eagle Fly Free
  3. March of Time
  4. Where the Sinners Go
  5. Drum Solo
  6. I'm Alive
  7. Keeper of the Seven Keys / The King for a 1000 Years / Halloween
  8. Future World
  9. Dr. Stein
  10. I Want Out

 

Wieder mal mit dabei, sind dieses Jahr auch BLIND GUARDIAN. Was soll man da noch groß zu sagen?! Licht aus, Spot an, für die Krefelder Perfektionisten! Jeder Ton sitzt, worauf ich nach dem Desaster bei Rage 2009 (Hansi hatte seinen Gastauftritt stimmlich total verrissen) besonders drauf geachtet habe und es wird ein Brecher nach dem anderen aus dem Hut gezaubert. Von „Welcome to Dying“, „Nightfall“ und „Time Stands Still (at the Iron Hill)“, über „Tanelorn (Into the Void)“, bis hin zu „Lord of the Rings“ und “Valhalla” ist alles dabei was den BLIND GUARDIAN Fan glücklich macht. Als krönenden Abschluss gibt’s natürlich noch „The Bard’s Song – In the Forest“ und „Mirror Mirror“. BLIND GUARDIAN Sänger Hansi Kürsch machte, wie schon erwähnt einen super Job, doch merkt man ihm noch immer die Unsicherheit auf der Bühne ohne Bass und ohne Haare auf dem Kopf an, was die Stimmung aber nicht schmälerte. Leider konnte ich mich nicht ganz so auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren, da sich alle daran machten den besten Platz für den nachfolgenden Gig, sowie Headliner des Donnerstags, zu ergattern und so gab es ein riesen Chaos auf dem Platz.

Setliste:

  1. Sacred Worlds
  2. Welcome to Dying
  3. Nightfall
  4. Time Stands Still (at the Iron Hill)
  5. Traveler In Time
  6. Fly
  7. Tanelorn (Into the Void)
  8. Imaginations From the Other Side
  9. Lord of the Rings
  10. Wheel of Time
  11. Valhalla
  12. Majesty
  13. The Bard’s Song – In the Forest
  14. Mirror Mirror

 

 

So, schnell nochmal aufs Klo, Bier nachfüllen und dann einen Platz einnehmen und verteidigen! Bühne frei für OZZY OSBOURNE!! Kaum betritt der alte Mann die Bühne, beginnt es auch schon im Publikum los zu brechen vor Begeisterung, Hingabe und Schwärmerei. Da es für mich auch das erste Mal ist, dass ich OZZY sehe, komme ich nicht um eine Ganzkörpergänsehaut drum rum und knie innerlich vor OZZY nieder, was ich durch ein breites Grinsen meinen Mitmenschen klar mache. OZZYs Band fegt wie ein Sturm durch die Boxen und es macht so viel Spaß ihnen dabei zu zusehen wie sie dem Prince of Darkness den Rhythmus angeben und die Heide zum Wackeln bringen. Gus G haut in die Saiten als wäre es sein letzter Tag auf Erden und auch die Rhythmusfraktion legt sich ins Zeug. Besonders Tommy Clutetos am Schlagzeug, sticht durch seine überzogene Art zu spielen positiv heraus! Es scheint als zerballere der Mann das Drum-Kit regelrecht. Ja, man hat sogar Angst, dass das arme Schlagzeug den Auftritt nicht überlebt. Herrlich! OZZY selber hält sich lieber an seinem Mikroständer fest anstatt wilde Aktionen zu starten, was aber auch besser ist, denn man merkt ihm an, dass es doch ziemlich an seinen Kräften zehrt. Abgesehen von einigen Einlagen mit dem Schaumschlauch, dem zeigen seines nackten Hinterns und den Wassereimerduschen, ist OZZY bemüht seinen Bereich, der durch mehrere Monitorboxen abgegrenzt ist, nicht zu verlassen. Die Songauswahl könnte klassischer nicht sein und so überrascht einzig und allein das Fehlen seines Kommerzgassenhauers „Dreamer“. „Mr. Crowley“, „War Pigs“, „Shot in the dark“ (mein persönlicher Favorit!), alles ist dabei. Richtig romantisch und Gefühlsstark wird es zum Ende hin noch einmal mit „Mama, I’m comming home“ damit das Konzert dann einen starken Schluss findet kann mit „Paranoid“. OZZY mag alt sein, OZZY mag nicht mehr Alle beisammen habe, aber OZZY weiß wie er seine Fans bei Laune und die Kehlen am Grölen halten kann. Ich bin froh und dankbar ihn noch in diesem Leben gesehen haben zu dürfen, auch wenn die Stärke der Show eher in der Band, die wirklich alles gegeben hat, als in OZZY selber lag.

Setliste:

  1. I Don't Know
  2. Suicide Solution
  3. Mr. Crowley
  4. War Pigs
  5. Bark at the Moon
  6. Road to Nowhere
  7. Shot in the Dark
  8. Rat Salad
  9. Iron Man
  10. I Don't Want to Change the World
  11. Crazy Train
  12. Mama, I'm Coming Home
  13. Paranoid

 

 

Nachdem Headliner Gig mache ich mich auf die Suche nach der verschollenen Gruppe und werde auch fündig. So ist es nicht verwunderlich, dass man dann bis morgens um 5 noch durch die Gegend zieht und ausgelassen feiert, um dem Tag einen würdigen Abschluss zu verleihen.

 

Freitag

Verdammt, was ist nur los? Das Wetter scheint perfekt! Wieder einmal kann man in Ruhe ausschlafen ohne von Hitze geweckt zu werden. Ausgeruht, aber leicht benommen von der letzten Nacht, wird beim Frühstück der Plan für den Tag besprochen. Wichtigste Bands heute: SUICIDAL TENDENCIES, SODOM, JUDAS PRIEST, ACCU§ER und was einem sonst noch so über den Weg läuft. Doch erst mal n Bier! Da wir gegen 11.30 Uhr mit dem Essen und vor allem Trinken fertig sind, bleibt nicht viel Zeit jemanden zu treffen oder zu bummeln denn die erste wichtige Band beginnt um 13.15 Uhr, also ab zum Festivalgelände.

Der Tag beginnt mit SUICIDAL TENDENCIES und das ist auch gut so! Unspektakulär und ohne großes Tam Tam geht’s los, indem man vom Schlagzeuger, Eric Moore, lautstark dazu aufgefordert wird doch bitte SUCIDAL TENDENCIES willkommen zu heißen. Nach der Begrüßung wuchtet er sich hinters Schlagzeug und es geht los. In bester Spiellaune und mit einer ordentlichen Lautstärke hauen die Kalifornier in Saiten und Felle! Die Songs haben den Groove, den man braucht um munter zu werden und sich auf den Tag zu freuen. Mike Muir, der Frontmann, zappelt über die Bühne und scheint Literweise Energy Drinks oder Schlimmeres intus zu haben, was dem Spaß aber keinen Abbruch tat und so genießt man diesen frischen aber harten Wind aus Richtung Bühne.

Setliste:

  1. You Can't Bring Me Down
  2. Join the Army
  3. War Inside My Head
  4. Subliminal
  5. Possessed to Skate
  6. Surf + Slam
  7. How Will I Laugh Tomorrow
  8. Pledge Your Allegiance

 

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