Reviews und Berichte
Reviews und Berichte
- Details
- Scheuermann
- Lesezeit: 7 Minuten
- Location/Festival: Jahnsportforum
- Ort: Neubrandenburg
- Vorbands: SpitFire
- Datum: 09.04.2016
- Location/Festival: Huxley’s Neue Welt
- Ort: Berlin
- Vorbands: Godsized
- Datum: 12.03.2011
- Headliner: Black Label Society
Touren von BLS finden in Deutschland nicht gerade häufig statt. Wohl deswegen und weil Mr. Wylde über eine, weltweit, große Anhängerschaft verfügt, wurde es recht voll im Huxley’s zu Berlin. Mit geschätzten zweitausend Leuten war die altehrwürdige Konzerthalle respektabel gefüllt. Egal ob Metaller, Rocker, Punker oder Normalos. Aus allen Szenen und Altersgruppen rekrutierte sich Zakks Publikum, welches erst einmal die Supportband GODSIZED begutachtete. Die Briten mühten sich redlich ihren Southern Rock Metal an den Mann/die Frau zu bringen und passten dabei stilistisch bestens zum Headliner. Ihre eingängigen Melodien und das hervorragende Gitarrenspiel sorgten auch dafür, dass die Band wohl ein paar neue Fans an diesem Abend dazugewinnen konnte. In der Umbaupause wurden die Seitentüren des Huxley’s geöffnet und die Nikotinjunkies konnten im Außenbereich ihres Lasters frönen. Ein paar Zigaretten und sündhaft teure Biere später wurden alle Besucher, wie Gänse auf einer Farm, wieder hinein getrieben und man blickte auf ein riesiges BLS-Backdrop, welches die Bühne verhüllte. Zeitgleich mit den ersten Chorden der Band fiel jenes zu Boden und machte den Blick frei auf eine bestens eingespielte Live Band.
Der Sound war wohl ausbalanciert und druckvoll, dennoch, ein wenig mehr Lautstärke hätte keinem geschadet. Neben dem Meister himself war es auch Drummer Johnny Kelly der die Blicke auf sich zog. Der ex-TYPE O NEGATIVE Taktgeber fügte sich mit seinem wuchtigen, präzisen Grooves bestens ins Line up ein. Die Band machte keine Gefangenen und schmetterte einen Hit nach dem anderen ins Fanvolk. Aus musikalischer Sicht ohne Fehl und Tadel! Nur machte sich showtechnisch recht schnell Langeweile breit. Wo früher breitbeiniges Gepose und Wildheit stattfand, wo sich die Bierbüchsen und Flaschen reihenweise versammelten und auf ihre Dezimierung durch den Gitarrenrüpel warteten, da stand nun Zakk und spielte konzentriert, jedoch auch etwas unspektakulär, einfach nur seinen Stiefel runter. Kaum eine Ansage an seine Jünger, kaum Bewegung auf der Bühne. Nur Zakk und die Musik. Gut, nach seinem Entzug, was soll er auch machen? Capri-Sonne Schlachten mit dem Publikum sehen auch albern aus… Nur fehlte eben das gewisse Etwas, die Wildheit und die Show vergangener Tage. Was blieb war eine musikalisch einwandfreie Performance. Das Gro des Publikums sah das wohl ähnlich und so ist wohl auch niemand enttäuscht nach Hause gegangen.
Geschrieben von: Thomas
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- Scheuermann
- Lesezeit: 3 Minuten
- Location/Festival: Pumpe
- Ort: Kiel
- Vorbands: Praying Mantis
- Datum: 07.06.2019
- Details
- Thomas
- Lesezeit: 3 Minuten
- Location/Festival: Huxley's Neue Welt
- Ort: Berlin
- Vorbands: Rebellious Spirit
- Datum: 30.09.2014
- Headliner: Axel Rudi Pell
Berlin Hasenheide, an einem schönen, spätsommerlichen Abend herrscht ein reges Treiben vor dem altehrwürdigen Huxley’s. Neben den üblichen Passantenströmen die sich an der Halle vorbeischieben, tummeln sich schon die ersten Karten An und Verkäufer, Flaschensammler sowie Scharen von Rock und Metal Fans auf dem Areal umher. Bochums finest, AXEL RUDI PELL machten an diesem Abend, im Zuge ihrer Tour zum 25-jährigen Jubiläum, Halt in der Hauptstadt. Dabei fällt auf, dass der Altersdurchschnitt an diesem Abend recht hoch ausfallen wird. Mindestens um die 40. Pell-Fans sind eben treue Seelen. Ein paar Stunden später ist es soweit. Bei eingeschaltetem Saallicht und mit guten aber nicht zu lautem Sound entern REBELLIOUS SPIRIT die Bretter. Die Süddeutschen Hardrocker stellten ihre neue CD „Obsession“ vor. Die noch recht junge Band punktete mit einer professionellen, spielfreudigen Performance, gaben sich publikumsnah und erfrischend selbstironisch: Fronter Jannik maulte sich fast nebst Klampfe in den Fotograben, konnte dies aber gut überspielen. Ein sympathischer Auftritt, auch wenn die Songs sich (noch) nicht zwingend im Ohr festsetzten.
Das sieht beim Chef im Ring naturgemäß schon anders aus: Das Saallicht erlischt, das Intro läuft und die randvolle Halle begrüßt ihre Helden, die nach und nach ihre Plätze auf der Bühne einnehmen. Besonders spannend war die Frage wie sich Sänger Johnny Gioeli schlagen würde. Hieß es doch im Vorfeld, er sei gesundheitlich etwas angeschlagen und fühle sich nicht so. Beim Eröffnungs-Doppelschlag „Nasty Reputation/Strong As A Rock“ sprintet der Mann auf die Bühne und hat das Huxley’s sofort im Griff! Die gesamte Band ist glänzend aufgelegt und zockt Ohrwürmer wie „Edge Of The World“, „Before I Die“ und „Oceans Of Time“ mit einer scheinbaren Leichtigkeit herunter, dabei Späße und Schabernack treibend. So kippt Axel, geschmackssicher in weiße Mantaletten gekleidet, grinsend hinter Johnnys Rücken seinen Mikroständer um. Dieser lupft selbigen mit dem Fuß wieder zurück in die Waagerechte. Spielfehler? Fehlanzeige! Beim anschließenden Keyboard-Solo verzichtet Ferdy auf Angeber Tastensport und drückt viel lieber abgefahrene Soundscapes in die Menge. Sieht cool aus und klingt extrem!
Nach „Into The Storm“ ist der neue Mann an den Kesseln, kein Geringerer als Bobby Rondinelli, an der Reihe zu solieren. Dabei fällt auf, dass er einen Mike Terrana nur bedingt ersetzen kann. Im Gegensatz zu Mikes Donnerwettern konnte man Bobbys Solo als solide bezeichnen. Dennoch, das ist meckern auf hohem Niveau! Da bei mittlerweile 16 Studioalben die AXEL RUDI PELL mittlerweile veröffentlicht haben es schwer sein würde jeden Songwunsch zu berücksichtigen, wurden einige Songs in Medley-Form gespielt. Zwischendurch wurden coole Jams eingebaut, in denen sich Axel und Ferdy Gitarren und Keyboard Duelle lieferten. Spätestens bei der Zugabe „Masquerade Ball“/ „Casbah“ hielt es selbst den Rollstuhlfahrer hinter mir nicht mehr in seinem Gefährt. Begeistert brüllend zog er sich am Zaun hoch, eine Gruppe Mädels headbangte wie von Sinnen (die grauen Matten der betagten Besucher hingegen behielten ihre fluffige Fallform auf dem Köpfen ihrer Besitzer.) AXEL RUDI PELL wurden zu Recht gefeiert und beim Blick auf die Uhr stellte man fest die Band hatte über zwei Stunden gespielt. Berlin wurde Zeuge einer routinierten, professionellen Rockshow die trotz allem noch Platz für Spontanität und Lockerheit bot. Johnny behielt Recht: „Hey Hey My My, Rock n´Roll Will Neve Die".
Axel Rudi Pell Huxleys Neue Welt Berlin 30.09.2014


































Text: Thomas
Bilder: Scheuermann